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Feinjustierungen, Anschläge und Führungen herstellen oder verbessern

JUR
Aktives Mitglied 3

Ich habe ja zum o.g. Thema schon mehrfach Beiträge geschrieben. Diese waren immer an bestimmten Geräten orientiert, welche ich selber nutze, da sich mein Maschinenpark aber auf gerade mal zwei Dutzend Geräte beschränkt, es von Bosch und anderen aber noch ein Vielfaches mehr gibt und ich selbstverständlich nicht alle kenne, aber vermute, dass dieses Problem evtl. doch häufiger vorkommt, hier also das Verfahren und ein paar Kniffe nochmals ganz allgemein. Der Einsatz von Justier- oder Einstellschrauben findet ja durchaus auch Einsatzmöglichkeiten außerhalb der blauen Maschinen wie z.B. Vorrichtungen aus Eigenbau und Zubehör.

Grundsätzliches:

Der Verwendungszweck dieser Schrauben beschränkt sich auf den Einsatz wo Scherkräfte, Zugkräfte und Anzugsmomente eher gering sind und ggf. auch noch gute Gleiteigenschaften gefordert werden.

Um hier nicht den Rahmen zu sprengen und um Bild- und Beispielhaft konkrete Einsatzmöglichkeiten nochmals aufzuzeigen für die die sie noch nicht gesehen haben, hier ein paar Links zum Thema:

https://community.bosch-professional.com/t5/verbesserungsideen/gleitschienen-und-schlitten-mit-bosch...

https://community.bosch-professional.com/t5/verbesserungsideen/gks-12v-26-quot-upgrade-quot/td-p/216...

https://community.bosch-professional.com/t5/verbesserungsideen/upgrade-für-gks-18v-57-und-andere/td-...

Nun zu den Anwendungstricks:

Generell arbeite ich sehr gerne mit Nylonschrauben wenn gute Gleiteigenschaften gewünscht sind. Oftmals herrscht aber an den Einsatzorten (s. Bilder in den Links) wenig Platz, dass auf Kontermuttern verzichtet werden muss. Trotzdem sollten sich die Schrauben aber durch Vibration etc. nicht selbständig verstellen. Wir benötigen also eine Gewindepaarung welche definiert schwergängig ist. Ideal ist also schon mal die Materialpaarung Kunststoff/Metall oder auch Metall/Holz worauf ich später noch eingehe.

Möchte man also solche Innengewinde in Metall einbringen und gleichzeitig der Schraube einen gewissen „Selbstsicherungseffekt“ mitgeben, kann man das auf einfache Weise tun, indem man einen dreiteiligen Gewindebohrersatz verwendet und den letzten Schneidgang mit dem Fertigschneider nicht ganz bis zum Ende durchführt. Hierbei geht man schrittweise vor und macht Zwischenversuche mit der Schraube und merkt sich jeweils die Eindrehtiefe des Fertigschneiders. Ist der gewünschte Effekt erreicht, ist dies an weiteren, identischen Gewinden mit der gemerkten Eindrehtiefe einfach reproduzierbar. Dies funktioniert deshalb sehr gut, weil die Kunststoffschraube eine gewisse Elastizität hat und sich dem enger werdenden Gewinde etwas anpassen kann ohne sich abzureiben oder fest zu fressen, wie es bei der Paarung Metall/Metall der Fall wäre.

Wie schon erwähnt lassen sich Innengewinde zu. o.G. Zweck und Anforderungen durchaus auch in Harthölzer einbringen. Hier können Kunststoff und Metallschrauben zum Einsatz kommen, da das Holz ja auch eine gewisse „Nachgiebigkeit“ mit sich bringt. Da Holz aber von seiner Struktur etwas anders ist wie Metall, empfehle ich diese Kombination nur bei Gewindedurchmesser ab 6mm aufwärts und selbstverständlich nur bei Einsatz in trockener Umgebung. Holz hat die Eigenschaft , dass es sich feuchtigkeitsabhängig verändert. Diese Eigenschaft lässt sich aber durchaus auch positiv nutzen! Ist das Gewinde etwas locker geworden, reicht ein Tropfen Wasser und die Gewindepassung ist wieder wie neu!

VG

Jürgen

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